Sicherheitsaspekte von Linux
im intranet schüler informationssystem isi

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Welche Sicherheitsvorkehrungen bietet UNIX? Passwortschutz und Benutzerkennung Für den Zugang zum System benötigt ein Benutzer einen Benutzernamen (Login-Namen) der vom Systemverwalter in einer Datei (/etc/passwd) hinterlegt wurde. Der Benutzer wird beim erstmaligen Zugriff (Login) auf das System aufgefordert, sich ein Passwort zu wählen. Dieses Passwort kann der Eigentümer mit dem Kommando passwd beliebig oft ändern. Durch den Systemverwalter kann ein Mechanismus aktiviert werden, der den Benutzer zwingt, nach einer vorgegebenen Zeit ein neues Passwort zu wählen (Password aging).

Anhand des Benutzennamens wird der Benutzerkennsatz gesucht. Das danach vom Benutzer eingegebene Passwort wird verschlüsselt und mit dem gespeicherten verglichen. Ist dieser Vergleich erfolgreich, kann die Arbeit aufgenommen werden.

Bei der Vergabe des Login-Namens legt der Systemverwalter weiterhin fest, in welcher Systemumgebung sich ein Anwender nach dem Login befindet. Dies kann die Kommando-Oberfläche sein, aber auch die erste Maske eines Anwenderprogramms. Richtig eingesetzt ist der Passwortschutz bereits eine wirksame Schutzvorkehrung. Realität ist allerdings, daß viele Benutzer sehr naiv bei der Wahl des Passwortes vorgehen: der eigene Vorname, der der Gattin/Freundin bzw. des Gatten/Freundes oder der Kinder sind denkbar ungeeignet, da sie problemlos von Außenstehenden ermittelt werden können.

Neuere Installationen weisen einen Mechanismus auf, der nach mehreren vergeblichen Versuchen bei der Passworteingabe das Terminal sperrt, um das Passwort-Raten zu verhindern.

Ebenfalls verfügbar sind «Wachhund»-Programme, die nach längeren Eingabepausen den Bildschirminhalt löschen und die erneute Passworteingabe fordern.

Oftmals ist das Passwort der Angriffspunkt der Hacker. Das Verschlüsseln erfolgt durch einen Algorithmus, der als eigenständiges Programm jederzeit durch den Systemaufruf crypt nachvollzogen werden kann. Nach der Try-and-Error-Methode können beliebige Zeichenfolgen verschlüsselt und mit den gespeicherten Passwörtern verglichen werden.

Um den hierfür erforderlichen Aufwand zu erhöhen, wurde der crypt-Algorithmus künstlich verlangsamt. Zwei bis drei Verschlüsselungen sind der Regelfall. Einige Experten haben diese Blockade eliminiert und den Algorithmus optimiert. Der derzeitige Rekord dürfte bei knapp 1100 VerschIüsselungen pro Sekunde liegen. Darauf basierend wurden verschiedene Passwort- Knack-Programme geschrieben. Eine Gattung verwendet ein Wörterbuch mit mehreren tausend Begriffen und führt Wort für Wort Verschlüsselungen durch. Üblicherweise können damit in nicht einmal einer halben Stunde mindestens 25 Prozent aller Passwörter gefunden werden. Eine andere Gattung verwendet alle möglichen Zeichenkombinationen. Der Aufwand ist zwar höher, aber auch die Trefferquote. Die Ergebnisse und die darauf basierenden Hochrechnungen zeigen, daß die Knackzeit von der Länge des Passwortes und von der Menge der verwendeten Zeichen abhängt. Die Untersuchungen wurden mit 26 (Kleinbuchstaben), 52 (Klein- und Großbuchstaben) und 95 (alle Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen) Zeichen durchgeführt:

Länge des Passworts 26 Zeichen 52 Zeichen 95 Zeichen 
2                    1 Sek      2 Sek      9 Sek 
3                   17 Sek      2 Min     14 Min 
4                    7 Min      2 Std     22 Std 
5                    3 Std      4 Tage    89 Tage 
6                    3 Tage   228 Tage    23 Jahre 
7                   92 Tage    32 Jahre 22l4 Jahre 

Quelle: LiebI, Biersack, Beyer (1990) Sicherheitsaspekte des Betruiebssystems UNIX

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